Carls´Welt

 

Herzlich willkommen in Carl Rogers Welt der Personzentrierten Psychologie - integrativ umgesetzt für die Arbeitswelt von Coaching und Beratung. 

„Kein Ansatz, der sich nur auf Wissen, auf Training, auf die Annahme irgendeiner Lehre verlässt, kann auf Dauer von Nutzen sein. Haltung ist entscheidend, nicht Worte.“

Carl R. Rogers

Von Landkarten und psychologischen Theorien 

Um sich in fremden Welten zurecht zu finden, ist es hilfreich eine (digitale) Landkarte zu benutzen. Und damit wir diese Karten verstehen können, haben zunächst Kartengestalter die Hauptfrage beantworten müssen: wie kann es gelingen sehr komplexe, mehrdimensionale Ansichten verständlich wieder zu geben. Und zwar deutlich verkleinert, vereinfacht und in ihrem Ausschnitthaften doch präzise. 
 

Dazu mussten „Originaldaten“ generalisiert und so zur Verfügung gestellt werden, dass der Betrachter diese Daten verstehen und in fremden Gebieten zu seiner Orientierung nutzen kann. 

Psychologische Theorien können in diesem Sinn als orientierungsgebende Landkarten angesehen werden. 

Es sind Annahmen über innere, menschliche Prozesse. 
Die Personzentrierte Psychotherapie ist eine dieser Landkarten: Sie ist ein psychologisches Erklärungsmodell, das mit einer humanistischen Haltung die Person-Welt verständlich machen möchte. 

Der bedeutendste Vertreter dieser Psychologie ist Carl Ransom Rogers. 

Eine Theorie der Persönlichkeit & zwischenmenschlichen Beziehung

Menschenbild & Haltung

Eine unterstützende, entwicklungsfördernde Haltung steht auf sechs Säulen.   

Persönlichkeitstheorie

Durch welche Einflüsse entwickelt sich eine Person zur Persönlichkeit? 

Beziehungstheorie

Welche Wechselwirkungen beeinflussen die individuelle Beziehungsgestaltung? 

Von der Klientenzentrierten Gesprächsführung zur Personzentrierten Theorie 

Oder: Wie alles anfing

Wertschätzung, Empathie und Kongruenz 

diese drei Begriffe sind Inbegriffe der Personzentrierten Psychologie. Sie implizieren die Annahme, dass bei „Anwendung“ dieser drei „Basisvariablen“ „personzentriert gearbeitet“ wird. Dabei sind diese Begriffe nur ein Teil einer tiefenpsychologischen Theorie, die der amerikanische Psychologe Carl Ransom Rogers (1902–1987) ab den 40er Jahren bis zu seinem Tod entwickelt, erweitert und deren Wirkung in Studien verifiziert hat.   

Als klientenzentrierte Gesprächsführung oder auch als „Gesprächspsychotherapie“ (von Tausch, 1968) ist Rogers‘ Theorie für den deutschen Sprachraum übersetzt worden. Mit dieser Konzentration auf „Gespräche“ wurde der Weg geebnet, sich auf kommunikationsanalytische Zusammenhänge zu konzentrieren. In der Folge wurden Gesprächstechniken, wie bspw. das „Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte“ gelehrt, die als „Spiegel-Technik“ gut eingeübt werden konnten.  

"Spiegeln" ist nicht immer empathisches Verstehen 

Das ist das Problem. Denn Rogers‘ Erkenntnisse wurden mit dieser Technik auf Einfachheit reduziert und so in ihren wesentlichen Wirkungen begrenzt. Denn wenn eine komplexe Psychologie auf eine Technik reduziert wird, dann fehlen eben maßgebliche Teile. 

Sechs Säulen der professionellen Beziehungsgestaltung und Gesprächsführung in Coaching und Beratung. Grundlegend und gleichermaßen anspruchsvoll. 

Person-Centered Approach

Denn Carl Rogers‘ Personzentrierter Ansatz ist viel mehr, als mit den drei "Variablen“ zu kommunizieren. Die englische Bezeichnung „Person-Centered Approach (PCA) (= Ansatz, Annäherung) verdeutlicht eher, dass sich das Vorgehen nicht nur auf eine Technik bezieht, sondern auf die grundlegende Beziehungsgestaltung in (professionellen) Kontakten.

Unabhängig vom beruflichen Kontext und den verschiedenen Arbeitsformen, wird damit Raum für (zwischen-)menschliches Wachstum geschaffen. 

Das macht das personzentrierte Vorgehen so wertvoll: Es ist übergreifend einsetzbar. Es ist zentrale kommunikative Handlungsgrundlage in psychosozialen genauso wie in wirtschaftlichen Arbeitsfeldern – unabhängig von der „Sache“, um die es geht. 

Deshalb sollte prozesshafte Begleitung von Menschen  – wie z.B. in den Arbeitsfeldern Coaching, Beratung und im Gesamt der Mitarbeiterführung – auf Rogers sechs „notwendigen und hinreichenden Bedingungen“ aufgebaut werden können. Denn sie vervollständigen „Technik“ zu jener Haltung, mit der Menschen – mit ihren systemrelevanten Bezügen, auch in schwierigen Situationen  – erreicht werden können. (Mehr dazu in: Wertebasierte Gesprächsführung. Springer Verlag. Hellwig,C., 2020)

Wirkfaktoren einer wertebasierten Gesprächsführung.

Die Aktualisierungstendenz

 Carl Rogers stellte die "Aktualisierungstendenz" als zentrales Motiv seiner Theorie vor.  Rogers spricht davon, dass die Aktualisierungstendenz ein innerer Antrieb zum kontinuierlichen Wachstum ist, der die menschliche Entwicklung prägt. Carl Rogers definierte die Aktualisierungstendenz als den angeborenen Drang jedes Menschen, seine Fähigkeiten und Potenziale zu entfalten. Sie umfasst das Streben nach Entwicklung und die Tendenz zur Kreativität; es treibt uns an, Herausforderungen zu meistern und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Welche Bedeutung hat die Aktualisierungstendenz in der Coachingpraxis? 

Im personzentriert(-integrativen) Coaching ist die Aktualisierungstendenz von zentraler Bedeutung. Sie bietet einen positiven und ganzheitlichen Ansatz, der auf die inneren Stärken und Ressourcen der Klientinnen fokussiert

Hier einige Schlüsselbereiche, in denen die Aktualisierungstendenz in der Coachingpraxis Anwendung findet:

Empathie und grundsätzliche Bejahung der Person 

Ein zentraler Bestandteil im personzentrierten Coaching ist die empathische und grundsätzliche Bejahung der Person. Der Coach zeigt echtes Verständnis und Akzeptanz gegenüber dem Klienten, was diesem hilft, sich sicher und unterstützt zu fühlen. Diese Atmosphäre fördert das Vertrauen und ermöglicht es der Person, sich offen und ehrlich mit seinen Gefühlen und Erfahrungen auseinanderzusetzen.

Selbsterkenntnis und Akzeptanz

Unter diesen Bedingungen "drängt" die Aktualisierungstendenz die Klienten dazu, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Durch den Coachingprozess können echte Bedürfnisse, Wünsche und Ziele entdeckt werden, die bisher vielleicht durch ein "Müssen" verdeckt waren. Diese Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Schritt zur Selbstwirksamkeit und ermöglicht es dem Klienten, authentische Entscheidungen zu treffen und mit innerer Motivation Dinge anzugehen. 

Förderung der Eigenverantwortung

Das personzentrierte Vorgehen betont damit die Bedeutung der Eigenverantwortung. Klienten werden ermutigt, Verantwortung für ihr eigenes Tun, Leben und ihre Entscheidungen zu übernehmen. Dies stärkt ihr Selbstvertrauen und ihre Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen und positive Veränderungen in ihrem (Berufs-)Leben herbeizuführen. 

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