Menschenbild & 

Haltung 

Unser Menschenbild prägt unsere Begegnungen mit anderen Menschen. 

Denn Menschenbilder bestimmen unser zwischenmenschliches Handeln, ob bewusst oder unbewusst: unser Menschenbild ist ein Autopilot für unsere Haltung. Es bestimmt, wie wir Menschen begegnen. 

Das humanistische Menschenbild

Die humanistische Psychologie hat eine ganz spezifische Haltung, mit der sie den Menschen begegnet. Coaches, Berater:innen, Führungskräfte, die ein humanistisches Menschbild mit ihrer Rolle in sich tragen, gehen von diesen Bedürfnissen eines jeden Menschen aus: Jeder Mensch hat ein - individuell unterschiedlich ausgeprägtes - Verlagen nach...
 

  1. Selbstständigkeit und Selbstbestimmung 
  2.  Erfahrung und Begegnung 
  3.  Beziehungsoffenheit wie Beziehungsangewiesenheit 
  4.  Autonomie und Solidarität 
  5.  Souveränität und Engagement 
  6.  Ich und Wir


Eine humanistische Haltung einzunehmen und zu leben, bedeutet somit die Abkehr von einem Coachingvorgehen, indem der Coach sich als „Experte“ für persönliche Themen der Klient:innen sieht. 
Ein Coach, eine Führungskraft oder eine Berater:in mit humanistischer Haltung, begegnet den Menschen daher mit folgenden Grundsätzen:

Das personzentrierte Angebot

 geht davon aus, dass jeder Mensch ...

  • über einen  konstruktiven Persönlichkeitskern verfügt. 
  •  nach Autonomie strebt: er möchte sein Leben selbst bestimmen
  •  danach strebt, seinem Leben einen Sinn und ein übergeordnetes Ziel zu geben.
  • anderen gegenüber gleichwertig und gleichberechtigt ist, in seiner Würde unantastbar.
  • eine ganzheitliche Körper-Seele-Geist-Einheit ist: ein aufeinander bezogenes Person-System das eigene innere Denk- und Handlungsweisen und psychische Vorgänge involviert.
  • im Spannungsfeld von Ich und Wir, von Autonomie und Interdependenz lebt: der Wunsch als autonomes Wesen einer Gemeinschaft zugehörig zu sein.
  • im ständigen Wechsel zwischen Beziehungsoffenheit und Beziehungsangewiesenheit lebt. 

 

Das humanistische Menschenbild  wertschätzt den Menschen in seinem So-Sein. Es möchte eine Person nicht "objektivieren“: für eine Sache passend machen.  

Es ist ein Menschenbild, das in der Konsequenz „den Menschen als Person versteht und ihm daher anerkennend begegnet".  (Peter F. Schmid) 

1. Haltung unterscheidet das Verstehen vom Akzeptieren

Eine Person kann in ihrem entgegengesetzten Denken und Handeln verstanden werden und es kann trotzdem für die eigene Person nicht annehmbar sein: Ich kann die Bedeutung die das Gesagte für den Coachee hat, verstehen, jedoch muss sein Handeln für mich nicht annehmbar sein. Ich kann verstehen, dass die Mitarbeiterin aus ihren privaten Gründen wieder zu spät kommt, muss es aber nicht akzeptieren. Verstehen beinhaltet daher emotionale Wärme, Respekt und Wertschätzung gegenüber des So-Seins der Person: Das Verstehen ihrer persönlichen Bedürfnisse, Werte, Motive, Ziele. Nicht die Akzeptanz jeglichen Verhaltens.


2. Haltung trennt die Sache von der Person

Die Wertschätzung der Person gegenüber, das Verstehen ihrer Handlungsmotivation schließt nicht aus, dass ich in der Sache, um die es gerade geht, klar und deutlich meine eigene Option zur Verfügung stellen kann und Wünsche, Appelle, Forderungen ausspreche. Mit klaren Ergebnissen in der Umsetzung, mit bestimmten an Aufgabenerfüllung: Klar zu sein, in dem was die Sache betrifft, jedoch verständnisvoll und wertschätzend dem So-Sein der Person gegenüber zu sein. 

Die Aktualisierungstendenz

Carl Rogers stellte die "Aktualisierungstendenz" in seiner Theorie als zentrales Motiv eines Menschen vor. Doch was ist die Aktualisierungstendenz?  

Personzentriert Führen

Oder: Die Bedeutung von Wertschätzung, Empathie und offener Kommunikation in der Führung: Inspiration durch Carl R. Rogers 

6 Bedingungen förderlicher Gespräche

Je eine Prise Empathie, Wertschätzung, Kongruenz - und schon verlaufen Gespräch konstruktiv? Wenns doch nur so einfach wär... 

Personzentriert Führen

Oder: Die Bedeutung von Empathie und offener Kommunikation in der Führung von Mitarbeitenden: Inspiration durch Carl R. Rogers 

Als Führungskraft ist es von entscheidender Bedeutung, Einfluss auf die Bewältigung von Unterschieden in den Wertesystemen der Mitarbeitenden zu nehmen, um ein harmonisches und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Theorien und Ansätze von Carl R. Rogers bieten auch hier wertvolle Einsichten, wie dies erreicht werden kann:  

Rogers betonte stets die immense Bedeutung von Wertschätzung, Empathie und offener Kommunikation im Miteinander. 

Diese Prinzipien sind auch für eine erfolgreiche Führung unerlässlich. 
Führungskräfte können so aktiv auf die unterschiedlichen Werte und Überzeugungen ihrer Teammitglieder eingehen, können so Missverständnissen vermeiden und Konflikte minimieren. 
 

Denn eine offene und klare Kommunikation, geprägt von Empathie und Respekt, trägt dazu bei, dass sich alle Mitarbeitenden gehört und verstanden fühlen. 

Rogers' Ansatz unterstreicht, wie wichtig es ist, eine akzeptierende und nichtwertende Umgebung zu schaffen, in der jeder sich respektiert fühlen kann. Indem Führungskräfte die Vielfalt der Wertesysteme innerhalb des Teams anerkennen und schätzen, können sie ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen. Die Integration unterschiedlicher Wertesysteme trägt dazu bei, die Teamdynamik zu stärken und die Zusammenarbeit zu verbessern

Rogers' Haltung spiegelt sich in der Idee wider, Unterschiede als Chance für persönliches und berufliches Wachstum zu betrachten. 

Führungskräfte, die einen einfühlsamen und respektvollen Umgang miteinander pflegen, schaffen ein positives Arbeitsklima, das die individuellen Stärken jedes Teammitglieds fördert und zur gemeinsamen Zielerreichung beiträgt. Die personzentrierte Psychologie bietet somit eine wertvolle Grundlage für eine erfolgreiche und menschliche Führung. 

...to be continued...