Lesereihe
Coaching
Oder: eine etwas andere Blog-Seite.
Über die personzentrierte Haltung, die personzentrierte, psychologische Theorie und ihre integrative Umsetzung für das Unterstützungsformat Coaching.
Lesen - wer macht denn sowas noch?
Diese Frage höre ich immer mal wieder. - Wie ist es bei Ihnen? Also ich lese noch.
Und seitdem ich für diesen Blog hier recherchiert habe, bin ich gänzlich davon überzeugt, dass es nicht schaden kann, mehr als "Infohäppchen" zu konsumieren.
Denn, wussten Sie...
dass Lesen z.B. die Kommunikationsfähigkeit und analytischen Fähigkeiten verbessert;
Stress reduziert, den altersbedingten kognitiven Abbau verlangsamt und die strukturierte Informationsaufnahme fördert?
Und sogar der Abbau von Kalorien ist dem Lesen nachgewiesen!
Meine stärkste Motivation ist jedoch qualitativ hochwertiges Wissen über das Arbeitsfeld Coaching & Beratung zur Verfügung zu stellen. Wissen, das in fast 30 Jahren Praxis gesammelt und immer wieder aktualisiert und erweitert wurde.
Und so entstand die "Lesereihe Coaching":
Über das Personzentrierte Vorgehen
- integrativ umgesetzt für´s Coaching
Lesereihe Nr.1
Coaching. Personzentriert-integrativ.
Personzentriert-Integrative Coaching begleitet berufliche Prozesse mit humanistischer Haltung und systemischem Blick. Die zu "coachenden" Personen stehen mit ihren "drei großen E's" im Mittelpunkt. PDF
Lesereihe Nr.2
Was ist "gutes Coaching"?
Gutes Coaching entspricht den Qualitätsgrundsätzen der Berufs- und Fachverbände. Und die Coachees werden durch einen Coach begleitet, der über bestimmte Eigenschaften verfügen sollte. Hier mehr dazu:
PDF
Lesereihe Nr.3
Coaching? Beratung? Therapie?
Coaching, Beratung oder Therapie – das Wissen um die Unterschiede hat Einfluss auf die Qualität des
Coachings. Denn auch, wenn Coaching nicht einheitlich definiert ist, gibt es Abgrenzungen im Vorgehen, die maßgeblich sind.
PDF
Lesereihe Nr.4
Im Coachingkreislauf
Eine Coachingstunde erstreckt sich modellhaft über fünf Phasen: Ankommen – Anliegen- und Themenklärung - Arbeitsphase - Abschlussphase – Verabschiedung.
Was hier beachtet werden sollte, lesen Sie hier: PDF
Lesereihe Nr.5
Strukturierendes Zuhören
Durch strukturierendes Zuhören entwickelt sich der „rote Gesprächsfaden“ im Personzentriert-integrativen Coaching. Auf diese Weise können Zusammenhänge im Gespräch aufgegriffen werden. PDF Download
Lesereihe Nr.6
Was bedeutet Nondirektivität?
Carl Rogers hatte seinen Ansatz zunächst „Nicht-direktiv" genannt. Damit wollte er sich, von dem damals vorherrschenden, direktiven Vorgehen der Verhaltenstherapie und Psychoanalyse abgrenzen. PDF Download
Zwischen Haltung und Handlung – Warum Technik allein nicht trägt
Wenn Sie als Coach, Führungskraft oder Beraterin arbeiten, kennen Sie vermutlich die gut gemeinten Kommunikationsregeln: „Erst spiegeln, dann paraphrasieren“, „Ich-Botschaften senden“, „Aktiv zuhören“.
Doch was passiert, wenn diese Techniken zur Routine werden – ohne dass die dahinterliegende Haltung mitwächst?
Carl Rogers hat nie von „Methoden“ gesprochen. Was er beschrieben hat, war ein Menschenbild, das Beziehung als Voraussetzung für Veränderung versteht – nicht als Mittel zum Zweck. Techniken können dabei helfen, Haltung auszudrücken – aber sie ersetzen sie nicht. Und das spüren Ihre Klientinnen. Wenn Empathie nur wie ein Handgriff wirkt, nicht wie eine Haltung, wird sie schnell als Manipulation empfunden.
Auch der Soziologe Niklas Luhmann spricht davon, dass Kommunikation immer selektiv ist: Wir wählen aus, was wir wahrnehmen, und interpretieren es durch unsere sozialen Codes. Diese Selektivität bringt eine Verantwortung mit sich – denn sie zeigt, dass unsere „neutralen“ Beobachtungen immer schon mit Wertung verknüpft sind.
Wenn wir das ernst nehmen, wird klar: Wertschätzung ist kein Etikett, das wir verteilen. Sondern ein kontinuierlicher Prozess der Beziehungsklärung – auf Augenhöhe.
Empathie unter Stress – geht das überhaupt?
In der Theorie klingt es gut: „Empathie ist die Grundlage gelingender Beziehungen.“
Aber was passiert, wenn wir uns als Coach oder Beraterin in einem Gespräch plötzlich persönlich "getriggert" fühlen? Wenn das Verhalten des Gegenübers gegen eigene Werte verstößt – ohne dass wir das unmittelbar merken und schlicht wütend macht?
Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen wohlwollender Technik und gelebter Haltung.
Carl Rogers´ Konzept der „personzentrierten Haltung“ fordert uns heraus, auch dann anzuerkennen, dass jemand gute Gründe für sein Denken und Handeln hat, wenn wir sie nicht teilen.
Das bedeutet nicht, mit allem einverstanden zu sein – es bedeutet, Verstehen vor Bewerten zu stellen.
Die personzentrierte Haltung verlangt damit nicht, dass wir alles gut finden. Aber sie fordert etwas viel Radikaleres: Dass wir das Sosein eines Menschen annehmen – auch wenn wir sein Verhalten kritisch sehen.
Diese Haltung wird möglich, wenn wir anerkennen, dass wir selbst keine „objektive Instanz“ sind. Auch unsere Reaktionen basieren auf Erfahrungen, Prägungen, inneren Bewertungen.
Denn: Wer sich seiner eigenen inneren Struktur bewusst ist, kann mit der Fremden anders umgehen.
Mit einem erweiterten Blick in die Systemtheorie würde man sagen: Widerstand ist ein Signal, dass sich ein System selbst regulieren will.
Personzentriert heißt das: Menschen handeln immer subjektiv sinnvoll. Die Kunst besteht darin, diesen Sinn zu ergründen, statt ihn vorschnell zu bewerten.
Erst dann eröffnen sich nachhaltige Möglichkeiten – „Lösungen“ – die das „Person-System“ wirklich integrieren kann.
"Die Person ist in Ordnung – das Verhalten diskutieren wir."
„Du bist ok, aber dein Verhalten...“
In Führungskontexten, in Supervisionen, im Coaching: Solche Sätze sind gut gemeint? Aber treffen sie auch den Kern des personzentrierten Verständnisses?
Carl Rogers würde sagen: Nur wenn das ganze SoSein einer Person akzeptiert wird – nicht nur die „passenden“ Seiten –, entsteht Raum für echte Veränderung.
Denn Verhalten ist nicht beliebig – es folgt inneren Wegen. Und diese wurden lange vor dem Coachingprozess angelegt.
Und: Verständnis ist nicht gleichbedeutend mit Einverständnis. Es ist der Boden, auf dem ein echtes Gespräch erst möglich wird.
Diese Haltung verändert den Blick:
- Von: „Wie kann ich dieses Verhalten korrigieren?“
- Zu: „Was macht dieses Verhalten sinnvoll für diese Person?“
Oder, soziologisch formuliert: Jeder Mensch konstruiert seine Umwelt auf Grundlage eigener Sinnstrukturen. Wenn wir das im #Coaching ignorieren, rutschen wir schnell in normierende Bewertungen.
Deshalb gilt: Wir dürfen – und müssen im Coaching – manches Verhalten kritisch hinterfragen; aber nicht, ohne die Person im Ganzen ernst zu nehmen und sie in ihrem Person-Sein zu respektieren.
Wie gelingt es Ihnen, beides gleichzeitig zu halten: Klarheit über eigene Grenzen und Akzeptanz für das Gegenüber?
Diese Lesereihe wird immer mal wieder erweitert.
Ich arbeite stets an verschiedenen Schreibprojekten, um für meine LeserInnen und KundInnen qualitativ hochwertige Informationen gebündelt weiterzugeben. So wie mit dieser Serviceseite.
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